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Aufgabe und Funktion der Prostata

Die Prostata (1) (Vorsteherdrüse) hat die Größe und Form einer Kastanie. Sie besteht aus Bindegewebe, Muskulatur und aus etwa 35 einzelnen Drüsen, die von einer Kapsel aus Bindegewebe umgeben sind.
Ihr Gewicht beträgt normalerweise zwi­schen 20 bis 30 Gramm. Sie liegt unter­halb der Harnblase (2) und umschließt zum Teil die männliche Harnröhre (3). Zusammen mit Hoden (4), Nebenhoden (5), Samenleiter* (6), Samenbläschen* (7) und Penis (8) gehört die Prostata zu den Geschlechtsorganen des Mannes. Unter Hormoneinfluss sondert die Prostata ein Sekret ab, das den Hauptanteil der Samenflüssigkeit bildet. Die Hauptauf­gabe dieses Sekrets ist es, das saure Milieu der Scheide der Frau für die Spermien (Samenfäden) zu opti­mieren, so dass eine Befruchtung der Eizelle überhaupt erst möglich wird. Die Prostata produziert täg­lich etwa 2 ml Sekret, das ent­weder mit dem Ejakulat (Samenerguss) oder dem Urin ausge­schieden wird. Das Sekret der Prostatadrüsen ist milchig-trüb und dünnflüssig. Es enthält neben einer Reihe von anderen Stoffen auch Enzyme*. Deren wichtigste Funktion dient dem Überleben und der Beweglichkeit der Samenzellen, wie z. B. die saure Phosphatase und das Prostata spezifische Antigen, kurz PSA genannt. Diese Substanzen sind notwendig für die Verflüssigung des Sekrets. Bei einer Prostataerkrankung - vor allem bei Prostatakrebs - sind diese beiden Stoffe erhöht. Deshalb wird die Bestimmung des PSA-Wertes auch als Indikator für Prostatakrebs verwendet. Ein weiterer Inhaltsstoff des Prostatasekrets ist Spermin*, das die Erbinformation (DNA*) schützt.
Spermin ist außerdem verantwortlich für den charakteristischen Geruch des Spermas. Das Prostatasekret macht 20-30% der Spermamenge aus und ist wichtig für die Funktionstüchtigkeit der Spermien, also für die Zeugungsfähigkeit des Mannes. Auf die Fähigkeit zum Geschiechts-\ verkehr hat es jedoch keinen Einfluss. Bei sexueller \ Stimulation werden durch Nervenimpulse verschiedene Muskeln im Genitalbereich des Mannes aktiviert: es kommt zur Erektion. Bei dem darauf folgenden Samenerguss gelangen Prostatasekret, Samenblasensekret und die Spermien aus den Nebenhoden in die Harnröhre und werden herausgeschleudert. Dabei arbeitet die Muskulatur am Blasenausgang und in der Prostata wie ein Rückschlagventil, das dafür sorgt, dass bei der Ejakulation kein Sperma in die Harnblase gelangt.

Hauptaufgabe der Prostata ist diese Sekretbildung, die erst mit der Pubertät (Geschlechtsreife) beginnt. In der Pubertät kommt es beim Jugendlichen zur verstärkten Bildung von Testosteron*.
Unter dem Einfluss dieses männlichen Hormons entwickelt sich die Prostata zu einem funktionsfähigen Organ. Während im Säuglingsalter die Prostata nur 1 - 2 g wiegt, erreicht sie bis zum 20. Lebensjahr ein Gewicht von 20 - 30 g. Dann ist ihr Wachstum zunächst beendet. Erst ab dem 40. Lebensjahr nimmt die Prostata an Größe wieder zu (Abb. 2).